Folge 3: Wie gesund ist unser Gesundheitswissen?
Shownotes
Wie gut können wir eigentlich einschätzen, was unserem Körper guttut? Gesundheitskompetenz bedeutet mehr, als medizinische Begriffe zu verstehen. Es geht darum, Informationen richtig einzuordnen, Prävention ernst zu nehmen und gute Entscheidungen für die eigene Gesundheit zu treffen.
Doch genau diese Fähigkeit hat in der Bevölkerung zuletzt abgenommen. Dr. Ruth Hecker und Dr. Ebru Yildiz sprechen darüber, warum Gesundheitswissen heute wichtiger denn je ist, wo die größten Unsicherheiten liegen und wie wir wieder ein besseres Gefühl für die eigene Gesundheit entwickeln können.
Eine Folge über Eigenverantwortung, Orientierung und die Frage, was wir selbst für ein gesünderes und besseres Leben tun können.
Mehr Informationen zum Nachlesen: https://gesund.bund.de/ https://www.bioeg.de/
Transkript anzeigen
00:00:02: Schön, dass ihr da seid bei Double Docs.
00:00:05: Medizin mit Herz und Wissen.
00:00:06: Wir sind Ebro und Ruth, zwei Ärztinnen, die euch durch die vielen Fragen des Gesundheitswesens begleiten.
00:00:13: Heute widmen wir uns dem Thema Gesundheitskompetenz.
00:00:18: Was steckt hinter diesem Begriff?
00:00:21: Was bedeutet das für euch ganz praktisch?
00:00:24: Und wie könnt ihr damit informierte Entscheidungen treffen?
00:00:28: Liebe Ebro, spannendes Thema.
00:00:31: Was verstehst du unter Gesundheitskompetenz und warum ist das relevant?
00:00:37: Für mich bedeutet Gesundheitskompetenz, die Kompetenz zu entwickeln, sich gesund zu führen.
00:00:44: Und auch das ist ja eigentlich sehr individuell.
00:00:46: Du hast ja im Gegenteil dann die Krankheit.
00:00:50: Erstens das und Kompetenz, aber auch Werträg dazu, bei diese Kompetenz zu halten.
00:00:56: Das ist zum einen mal ... Ich selber habe die Verantwortung.
00:01:02: Im zweiten Aspekt sind es die Experten, die mir das mit vermitteln, diese Gesundheitskompetenz zu haben.
00:01:10: Im Sinne wie bleibe ich gesund.
00:01:13: Aber auch drittens sehe ich da als Akteur die Politik, die das Ganze mit unterstützt.
00:01:20: Und es ist relevant, damit wir nachhaltig länger gesund leben.
00:01:28: Das ist die Relevanz, die für mich da ist und das ist wirklich eine gesellschaftliche Verantwortung, die wir haben.
00:01:36: Ja, wir haben ja jetzt verschiedene Studien in den letzten Wochen gehört, dass die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung in den letzten Jahren leider, obwohl wir uns da... meinen, viel bewegen zu wollen, leider zurückgegangen ist.
00:01:54: Also, Patientinnen und Patienten verstehen, die Bürger, Bürgerinnen in Deutschland verstehen die Informationen nicht, die sie bekommen, können sie nicht richtig beurteilen, können auch die relevanten Informationen nicht finden und haben dadurch eine Einschränkung auch der Beurteilungsfähigkeit.
00:02:15: Therapien mitzuentscheiden, Diagnosen mitzugehen und zu verstehen.
00:02:22: Also verstehst du das, dass die Gesundheitskompetenz nochmal gesunken ist?
00:02:25: Woran kann das liegen?
00:02:29: Das wird wahrscheinlich multifaktorial sein.
00:02:30: Das heißt, es wird mehrere Faktoren haben, warum das so ist.
00:02:34: Ich glaube, zum einen interessieren wir uns als Personen weniger dafür.
00:02:40: Uns fällt das nur auf, wenn wir krank sind.
00:02:41: Oh, da geht gerade was verloren.
00:02:44: Ich glaube, dieses Bewusstsein muss kommen und das muss ziemlich früh kommen.
00:02:47: Das muss eigentlich schon am besten in der Kita schon sein, dass man sagt, was kann ich tun, damit ich einfach gesünder lebe oder gesünder leben weiß ich nicht, dass man nicht krank wird.
00:03:03: Ich finde keine Erklärung dafür.
00:03:05: Das ist zum einen das, dass wir uns persönlich weniger interessieren.
00:03:09: Zweitens ist es strukturelles Problem.
00:03:12: Die Strukturen im Gesundheitswesen sind so aufgestellt, dass man Geld erst dann bekommt als Behandler, wenn jemand krank ist, nicht um jemanden gesund zu erhalten.
00:03:22: Und drittens, der Fokus der Politik ist noch nicht ganz so auf die Prävention, also auf die frühe Erkennung und Gesundheitshaltung getrimmt.
00:03:33: Ich glaube, das kommt gerade so langsam, gerade weil solche Studien gibt, die darauf aufmerksam machen.
00:03:39: Aber wir sind noch lange nicht da angekommen, wo wir sein müssten.
00:03:44: Ja, ich finde das spannend, weil du sagtest multifaktorial.
00:03:47: Also es gibt mehrere Faktoren, die vielleicht dazu führen.
00:03:52: Und du hast den Begriff in Beziehung gebracht mit der Prävention.
00:03:55: Also wie sorge ich vor, dass ich länger gesund bleibe?
00:03:59: Wo bekomme ich die richtigen Informationen her?
00:04:01: Also jetzt nochmal Ebo, wir nehmen jetzt mal ein Thema, wo wir nicht fit drin sind.
00:04:05: Und ich sage dir jetzt, liebe Ebro, Weißt du eigentlich irgendwas darüber, ob Viren häufig sind, selten sind, welche Pandemie uns demnächst begegnet?
00:04:21: Wie würdest du dich vorbereiten?
00:04:23: und versuch jetzt bitte mal, den ärztlichen Blick wegzunehmen und denkt mal an deine Bekannten und Verwandten, die nichts mit dem Arztsystem zu tun haben, nicht vorgebildet sind?
00:04:33: Also ... Was machen die Menschen da draußen?
00:04:38: Wie interessieren sie sich halt für die für die anstehenden Themen einer zum Beispiel einer neuen Pandemie?
00:04:45: Und das wäre ja Gesundheitskompetenz, sich dazu zu informieren, die richtigen Infos zu suchen.
00:04:50: Was kann ich überhaupt machen, wenn ich eine Viruserkrankung habe?
00:04:54: Wie kann ich den vorbeugen, obwohl wir gerade Corona hinter uns haben?
00:04:57: Also es wäre ja eine Kompetenz, sich heute zu informieren.
00:05:01: Wie muss ich mich vorbereiten, wenn morgen was ist?
00:05:03: Oder?
00:05:04: Ist das keine Kompetenz?
00:05:05: Doch,
00:05:05: das ist eine Kompetenz.
00:05:06: Und ehrlicherweise, selbst wenn ich die Arztbrille auf habe, wüsste ich akut nicht, wie ich an diese Informationen komme.
00:05:14: Ja, was bedeutet das jetzt?
00:05:15: Also, wir wissen, wir haben eine niedrige Kompetenz.
00:05:19: Jeder hat ja so andere Themen im Kopf.
00:05:21: Ich habe jetzt Virus gesagt.
00:05:22: Das kann ja auch sein, dass eine junge Mutter das Thema hat.
00:05:26: Kinderkrankheiten.
00:05:28: Vielleicht kannst du dich da auch besser reinfühlen, weil du selber noch kleine Kinder hast.
00:05:33: Wie kann ich mein Kind vor Kinderkrankheiten bewahren?
00:05:37: Welche Impfungen gibt es da?
00:05:38: Wo kann ich mich informieren?
00:05:39: Denn das wäre eine gute Gesundheitskompetenz, wenn man das als Mutter könnte.
00:05:46: Das ist nicht transparent kommuniziert.
00:05:48: Jetzt, wo du das sagst, überlege ich gerade jetzt, ohne meine Arztbrille oder ohne meine Kinderärztchenkollegen, die ich in meinem Handy abgespeichert habe, wo ich an diese Informationen komme.
00:06:00: würde und ehrlicherweise ja, wir haben alle das Ohäft oder so ein bisschen drin steht.
00:06:06: Wir
00:06:06: haben auch den Impfpass.
00:06:08: Aber wenn wir uns einmal den Impfpass näher angucken, ich weiß nicht, ob das einfach jeder so versteht.
00:06:15: Ja, wir lassen die Impfung machen, weil wir wissen, das ist bei den Kindern wichtig.
00:06:20: Aber so wirklich erklären ist das nicht.
00:06:24: Da ist die Verantwortung aktuell wirklich runtergedrückt.
00:06:30: auf den Einzelnen.
00:06:32: Und da sage ich ja, es ist eine gesellschaftliche Verantwortung.
00:06:36: Und da muss sich die Politik auch so ein bisschen die Schuh anziehen.
00:06:40: Wie kriegen wir das an den Menschen ran, wenn die jetzt nicht gerade betroffen sind?
00:06:45: Und genau das ist es ja.
00:06:47: Genau das ist das Thema.
00:06:48: Also ich bin ja noch nicht betroffen von einer Krankheit, sondern ich will mir Informationen holen und mich vorbereiten für meine Kinder vielleicht, um sich vor Krankheiten zu bewahren.
00:06:58: und gesund groß werden zu lassen.
00:07:02: Also das ist, glaube ich, ein wunderbares Beispiel, was ja viele betrifft.
00:07:06: Gibt es da auch Unterschiede, die Auswirkungen haben in den Kulturen?
00:07:12: Definitiv.
00:07:13: Also ich mache ja auch sehr viel, ich nenne das ja immer interkulturelle Medizin.
00:07:18: Für mich ist aber interkulturelle Medizin, ich werde ja dann viel mehr in die Ecke getan, so herkunftsmäßig.
00:07:25: Interkulturelle Medizin ist für mich aber nicht Herkunft, nicht alleinig.
00:07:28: Wir haben viel mehr demografische Daten, wo wir Menschen unterscheiden müssten.
00:07:35: Auch innerhalb eines Herkunfts.
00:07:37: Sei es jetzt die Türkei, wo meine Eltern herkommen.
00:07:40: Oder sei es aber auch Deutschland, haben wir verschiedene Kulturen.
00:07:43: Die Menschen werden ja geprägt in der Umgebung, wo sie aufwachsen.
00:07:48: Das heißt ... Wachse ich im Essener Norden auf?
00:07:52: Es ist anders als im Essener Süden.
00:07:53: Ich nehme Essen immer als Beispiel, weil wir in Essen arbeiten, lieber Ruth.
00:07:57: Aber auch genau das müssen wir beachten.
00:07:59: Das ist mir damit Organspende schon aufgefallen.
00:08:02: Wie erreichen wir verschiedene Personen?
00:08:03: Weil da haben wir auch eine Aufklärungslücke.
00:08:06: Und es ist mir dann noch prägnanter aufgefallen später, als wir in die Corona-Pandemie gekommen sind.
00:08:13: Was genau ist dir da aufgefallen?
00:08:16: Wir haben ... Unter anderem Menschen gesagt, die Bevölkerungsgruppe XY lässt sich nicht impfen.
00:08:22: Haben aber nicht detailliert geguckt, machen wir genug, um diese Menschen zu erreichen.
00:08:27: Und warum lassen?
00:08:28: Haben wir gefragt überhaupt, warum die sich nicht impfen lassen?
00:08:31: Mir sind die zumindest nicht bekannt.
00:08:33: Ich weiß nicht, ob sie dir bekannt sind.
00:08:35: Diese Umfrage, ich kenne sie nicht.
00:08:38: Wir haben... Eigentlich den vorgeworfen, dass sie sich nicht impfen lassen, ohne zu fragen, warum sie sich nicht impfen lassen.
00:08:45: Und auch ohne die Verantwortung, da nehme ich wieder Politik und Experten in die Verantwortung zu überlegen, wie erreichen wir die verschiedenen Personen?
00:08:54: Wo liegen die Ängste?
00:08:55: Das habe ich ja auch in der Organspende.
00:08:57: Wo liegen die Ängste?
00:08:58: Das ist auch bei Impfen total, ich muss da mal dazwischen gereden, das ist aber das Thema Impfen selber ist ja da ein heißes Thema.
00:09:07: Weil wir ja wissen, neben der Gesundheitskompetenz ist ja auch quasi die Impfwilligkeit in den letzten Jahren zurückgegangen.
00:09:15: Also wir wissen ja, dass Krankheiten wieder auftauchen, gegen die man sich impfen lassen könnte und ähnliche Dinge.
00:09:20: Weltweit sowieso, aber auch in Deutschland gibt es ja ein mannendes Impfmüdigkeit.
00:09:25: Also Menschen wollen sich nicht impfen lassen.
00:09:28: Und wir wissen eigentlich gar nicht genau warum.
00:09:30: Und wenn wir das wüssten, könnten wir glaube besser reagieren.
00:09:36: Du hattest gerade gesagt, die interkulturelle Medizin, das liegt nicht nur an der Sprache, sondern ist auch das die Gewohnheiten, die man in bestimmten Bevölkerungsgruppen hat.
00:09:48: Das ist
00:09:50: das Umfeld, in dem wir aufwachsen.
00:09:52: Da fließt die Religion rein, fließt unsere sozialen Verhältnisse rein, also mit wie viel Geld fließt die Bildung von uns, aber auch unseren Eltern rein.
00:10:03: Ich glaube, ich habe das jetzt alles nicht parat.
00:10:05: Es gibt sieben Faktoren, die die Kultur eines Menschen prägen, in der Umgebung, wo sie aufwachsen.
00:10:11: Das heißt, Ich habe eine ganz andere Kultur als meine Mutter, die in der Türkei aufgewachsen ist und hier rübergekommen ist und eine ganz andere soziale Umgebung zweimal erlebt hat.
00:10:21: Und genau ich, die in Gelsenkirchen aufgewachsen ist, jetzt in Lünen lebt.
00:10:24: Ich habe auch zwei Faschen und das prägt mich und mein Bewusstsein und meine Kompetenzen, die ich mitnehme, wenn ich Menschen um mich herum habe, die impfen kennen.
00:10:35: Die wissen, wofür's gut ist, bin ich eher geneigt dazu zu sagen, okay, ist gut, guck ich mir an, als wenn ich von einer Kultur komme, wo das gar nicht so gegeben ist und wo man eigentlich eher noch Ängste hat, weil Impfen ja was ganz Neues und am Ende macht ja auch impfende Symptome.
00:10:50: Und da sage ich halt auch, sage ich auch bei Organspende, muss man erstmal Respekt haben vor den Ängsten, die die Menschen mitbringen.
00:11:00: Okay, Gesundheit, Kompetenz, Information.
00:11:05: erst mal wissen wollen, dass ich Informationen haben will.
00:11:07: Also der Wille, ich will eigentlich Informationen haben.
00:11:10: Und wenn ja, wo finde ich die?
00:11:13: Das ist schwierig.
00:11:14: Zu bestimmten Krankheitsbildern auch gibt es Informationen von allen Seiten.
00:11:20: Von der Pharmaindustrie, von speziellen Selbsthilfegruppen.
00:11:25: Es gibt Influenza für bestimmte Erkrankungen.
00:11:28: Also wir haben ja auch eine gewisse Informationsflut.
00:11:32: Selbst wenn man mit Informationen haben will, wo suchen wir die?
00:11:35: Da muss man immer glaube auch ein bisschen gucken, was passt zu einem.
00:11:39: Das hat wieder was auch mit der Kultur zu tun, von was, dass ich mich anspreche.
00:11:43: Und ist es das Richtige?
00:11:45: Kann ich das bewerten, dass da richtige Fakten auch geliefert werden?
00:11:50: Wie macht man das?
00:11:52: Und dann, also da stelle ich mir wirklich die Frage und dann habe ich noch im Auge... dass wir das sehr an die Ärzte und Ärzte abgeben.
00:12:02: Die erzählen mir schon, was ich brauche und was nötig ist.
00:12:05: Und die haben ja manchmal nicht die Zeit dazu, alles wirklich genau zu erklären.
00:12:11: Die haben nicht die Zeit.
00:12:13: Die haben zwar die Kompetenz, aber kriegen kein Geld dafür.
00:12:16: Das war das, was ich am Anfang meinte.
00:12:18: Das ist ein strukturelles Problem.
00:12:19: Wir sind aktuell nicht darauf ausgelegt.
00:12:23: den Menschen gesund zu erhalten.
00:12:25: Deswegen ist es eine prise Eigenverantwortung, die man mitbringen muss.
00:12:30: Und leider Gottes machen wir das nur, wenn wir betroffen sind und dann ist es eigentlich schon zu spät, dann sind wir ja schon krank.
00:12:37: Und eine große Verantwortung eigentlich in die Politik hinein, dass man sagt, hey Leute, wir müssen viel mehr für die Gesellschaft tun, damit die Gesellschaft lange gesund bleibt.
00:12:49: Aber auch da muss ich sagen, wird es wahrscheinlich wieder an der Eigenverantwortung bleiben, dass man sich das einfordert.
00:12:56: Man muss sich das selber einfordern von der Politik, dass sie viel mehr für dieses Thema Gesundheitskompetenz tun.
00:13:03: Und ich hatte ja vorhin schon gesagt, eigentlich in die Kita rein.
00:13:08: Wenn du dir meine Zeit vorstellst, es gab bei uns ...
00:13:14: Das finde ich jetzt total spannend.
00:13:15: Erzähl mal.
00:13:16: Neben Milch gab es ja noch bei mir Vanille-Mischgetränk.
00:13:21: Erdbeer-Mischgetränke, kaum Milchgetränke.
00:13:23: Aber
00:13:23: die waren bestimmt nicht gesund.
00:13:25: Die waren ja super süß.
00:13:28: Die waren super
00:13:29: süß.
00:13:29: Also wenn ich mich heute noch erinnere, erinnere ich mich wirklich an diesen Zuckergehalt.
00:13:34: Und inzwischen ist es aber soweit.
00:13:36: Und da hat es funktioniert.
00:13:38: Meine Tochter kann zum Beispiel nicht mal Milch kaufen.
00:13:42: Also in der Grundschule gab es keine Milch mehr.
00:13:44: Da haben sie gesagt, auch das ist ja, man muss nicht jeden Tag eine halbe Liter Milch in der Schule trinken.
00:13:49: Es reicht das eine Glas mal alle paar Tage.
00:13:54: Was ja eine sehr gute Einsicht ist.
00:13:56: Aber da hat die Politik funktioniert und da müssen wir verschiedene Themen evaluieren und das jetzt mal in die Gesellschaft bringen.
00:14:05: Weil sonst werden wir immer kränker.
00:14:09: Wenn man sich vorstellt, Es gibt ja auch Fastfood zu essen.
00:14:12: Das führt ja auch letztendlich dazu.
00:14:14: Und da kommen wir jetzt aber auf ein ganz, ganz neues Thema.
00:14:17: Das Thema Zuckersteuer und und und und.
00:14:22: Lass uns noch mal bei der Gesundheitskompetenz bleiben.
00:14:25: Ich hol dich komplett zurück, bevor du ausflippst und was du Zuckersteuer sagst.
00:14:30: Ich würde mir jetzt gerne noch mal wünschen, dass wir noch mal darüber reden, wo kriegen wir gute relevante Informationen für die Bürger, wo sie sich informieren können.
00:14:38: Da gibt es ja zum Beispiel das öffentliche Gesundheitswesen und das frühe Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung.
00:14:47: Jetzt BIÖG.
00:14:50: Die haben relevante Informationen.
00:14:53: Vielleicht bringen wir die auch nachher noch in die Show Notes unter, damit man die dort nachlesen kann.
00:15:00: Und dann gibt es ja auch noch gesundbund.de.
00:15:03: Das wäre vielleicht auch noch was für die Show Notes, aber ich weiß ja, dass dann die... bei beiden Organisationen, denen ich jetzt erstmal eine hohe Expertise, Sachlichkeit, Fachlichkeit und Vertraulichkeit zuspreche, würde ich sagen, das reicht ja nicht.
00:15:18: Also, was kennst du noch?
00:15:21: Wo holt man Informationen zur Organspende zum Beispiel?
00:15:26: Auch da muss ich sagen, müssen wir uns zurück bewegen zu BIÖG, Bundeszentrale... Ja, ist ja nicht gesundheitliche Aufklärung, sondern öffentliche Gesundheit.
00:15:36: Man ist immer verleitet, das Alte zu sagen.
00:15:40: Und dann muss man wirklich, also ich habe ja eine eigene Kampagne mit Hashtag Deutschland in Scheiß, aber es ist halt viel, viel wieder Eigenverantwortung der erkrankten Gruppen.
00:15:49: Ich bin mal jetzt eine Ausnahme, dass ich das als Expertin mache.
00:15:53: Aber viele erkranken Gruppen machen ja auch Aufklärung im Bereich der Organspende bzw.
00:16:00: Transplantation.
00:16:02: Und darauf muss man zurückgreifen.
00:16:04: Aber es ist wirklich schwer, auch hier zu gucken, was du gerade auch gesagt hast, was es wirklich Fakten basiert.
00:16:14: Und das macht es schwer, für die Menschen zu gucken, okay, was ist richtig, was ist falsch.
00:16:20: Das hat das halt auch schon in solche zentralen Stellen, die das machen, damit wir da ... nicht wieder verschiedene Gruppen haben, die einen glauben anders, die anderen glauben anders.
00:16:34: Das wird
00:16:35: nicht einfach sein.
00:16:37: Früher gab es für verschriftliche Sachen so ein Homecode, H-O-N-Code, der war dann der zertifizierte schriftliche Sachen, dass die fachgerecht sachlich sind und faktenbasiert sind und so weiter.
00:16:52: Das ist natürlich im Netz ist natürlich alles frei, das ist echt schwierig da auch alles zu kontrollieren und zu überprüfen.
00:17:00: Deshalb komme ich darauf nochmal zurück, dass es auf der einen Seite vielleicht ein Grund geben kann, dass die Gesundheitskompetenz gesunken ist, weil wir uns eben falsch informieren auf den falschen Informationenfolgen.
00:17:14: Das zweite könnte tatsächlich sein, dass was du gesagt hast, dass wir ja alle in unterschiedlichen Bereichen groß werden, in unterschiedlichen Kulturbereichen, wobei ich nochmal deutlich formulieren möchte.
00:17:25: Das hat nichts mit dem Land zu tun, aus dem wir kommen oder die wir uns zugehörig führen, sondern gibt es ganz, ganz viele andere Faktoren, auch welchen Freundeskreis man hat.
00:17:36: Wir sind die denn so drauf, also welche Bubble ist man zugehörig.
00:17:42: Natürlich auch Bildung und so weiter und so fort, aber es sind viele Faktoren.
00:17:46: Und das, was ich ... Richtig gut finde, was du gesagt hast, sind noch mal, wenn man nach einer spezifischen Information zur Erkrankung guckt, dass man sich vielleicht doch mal zutraut an, früher nannte man die Selbsthilfegruppen.
00:18:03: Da gibt es ja im onkologischen Bereich besonders viele, da kenne ich mich so ein bisschen aus, die wirklich, wirklich auch gute Informationen geben und liefern.
00:18:13: dass man da zumindest ein Gespür entwickelt oder mal hinein hört, was sagen die, was bringen mir die und passt das zu meiner Person.
00:18:22: Denn das ist ja individuell, ist die Information, wirkt ja eine Information auf fünf verschiedene Personen anders.
00:18:29: Und das heißt, man muss auch mal gucken, was passt zu einem, was meinst du dazu?
00:18:33: Das ist schon ganz wichtig, dass man Betroffene fragt, wie die das sehen und wie die das empfinden.
00:18:40: Wir sagen ja immer Experten erklären, aber ich glaube, Wenn man dann erkrankt ist und in diesem Krankheitsverlauf dann quasi sich noch gesund bewegen möchte, dann ist es wirklich sehr, sehr essenziell, dass man auch wirklich mit Betroffenen spricht, die dann sagen, wie der Weg gewesen ist oder was da alles noch auf mich zukommen kann.
00:19:02: Das vorausschauend können fast nur Betroffene erzählen und darauf kann man sich verlassen.
00:19:11: Ja, verlassen, die haben ja auch unterschiedliche Erfahrungen und man kann für sich selber so ein bisschen abwägen.
00:19:16: Auf was muss ich mich einstellen?
00:19:19: Und wenn man dann mit mehreren spricht, das halte ich auch für relevant, weil ich die auch wieder aus unterschiedlichen Settings kommen und unterschiedliche Erfahrungen habe, dass man sich eine eigene Meinung bildet.
00:19:28: Ich glaube, das Thema ist, Informationen bewerten zu können, suchen zu können, bewerten zu können und sich eine eigene Meinung zu bilden und dann auch mit dieser Kompetenz in ein Arzt-Patientengespräch zu gehen.
00:19:44: Wie wirkt das für dich als Ärztin?
00:19:46: Jetzt sei mal ganz, ganz ehrlich.
00:19:48: Da kommt ein Patient, ich sag mal, mit einer Nierenerkrankung.
00:19:53: Du bist ja nephrologin und hat so bestimmte Vorstellungen.
00:19:57: Wie gehst du damit um, wenn der dann kommt?
00:20:01: Wenn der informiert zu mir kommt,
00:20:03: ist
00:20:03: eigentlich ja super.
00:20:04: Es ist erst mal anschränkt gar keine Frage.
00:20:06: Das muss man ja auch erst mal offen zugeben.
00:20:09: Es ist anstrengend, wenn es ein informierter Patient ist, weil er schon sehr gezielte Fragen hat.
00:20:16: Aber auf der anderen Seite ist es ja erleichtern, weil die Basis hat dann dieser Patient ja schon bekommen.
00:20:20: Ich muss nicht ganz unten anfangen, alles zu erklären.
00:20:24: Kann gezielt auf seine Ängste zugehen und ihn dann gezielt dazu aufklären oder beraten, wie er sich oder sie sich zu verhalten hat.
00:20:37: Das sind mir eigentlich schon die lieberen Patienten, die aufgeklärt sind, die zu mir kommen.
00:20:41: Deswegen ist es auch wichtig, dass Patienten vorab informiert sind.
00:20:47: Super, super, dass du das so positiv aufnimmst.
00:20:50: Und Dr.
00:20:51: Google wird ja von Dr.
00:20:52: KI abgelöst.
00:20:53: Das heißt, die Patienten kommen demnächst noch mit mehr Informationen und auch vielleicht unterschiedlichen Meinungen oder auch schon Zweitmeinungen durch KI.
00:21:04: mit denen du dann dich auseinandersetzen darfst, kannst.
00:21:09: Aber ich habe noch eine Frage.
00:21:10: Wir werden ja nochmal eine Folge machen zur elektronischen Patientenakte, weil das bewegt ja im Moment, auch die Leute.
00:21:18: Und da ist meine Frage wirklich nochmal, glaubst du, dass diese elektronische Patientenakte auch eine Chance ist, die Gesundheitskompetenz zu erhöhen?
00:21:29: Oh, das ist eine sehr interessante Frage, ob es die Gesundheitskompetenz erhöht.
00:21:35: Ich weiß es nicht.
00:21:36: Ich glaube, erst müssen wir mal die EPA, also die elektronische Patientenakte, nutzen.
00:21:42: Und dann, glaube ich, kann man aufgrund dieser elektronischen Patientenakte, wenn man sie dann erweitern kann, auch die Gesundheitskompetenz fördern.
00:21:51: Ich denke schon, dass man da Informationen mit rein geben kann, was dann die Patienten mit dieser Akte bekommen, spezifisch.
00:21:59: auf sich selbst.
00:22:01: Das ist, glaube ich, individualisiert.
00:22:03: So, das wäre jetzt mein Begriff.
00:22:06: Dass wenn die EPA, wenn sie irgendwann mal wirklich auch voll gefüllt ist und wir sie alle dann mal nutzen, das wird ein paar Jahre dauern, kann man wahrscheinlich mit individualisierten Informationen die Gesundheitskompetenz der Personen stärken.
00:22:24: Ja, ich glaube auch, wenn ich mehr weiß, was über mich irgendwo geschrieben ist und mehr Ahnung davon habe, was meine Gesundheit angeht oder Krankheit angeht, dann kann ich auch gezielter Informationen suchen und dann kann ich mich auch gezielter, spezifischer auf das, was ich habe informieren.
00:22:45: Wir reden ja in der Medizin häufig jetzt auch tatsächlich allerdings nicht nur, aber tatsächlich auch in der Krebsmedizin über personalisierte Medizin, das heißt spezifisch individualisierte Therapien auf das Immun und Genetikmuster des jeweiligen Patienten.
00:23:05: Ich hoffe, ihr habt das alles verstanden.
00:23:08: Also ich als Patient habe bestimmte Voraussetzungen in meinem Erdmaterial und in meinen Immunmaterial im Körper und darauf wird die Therapie speziell zugeschnitten.
00:23:23: So stelle ich mir das auch für die Informationen vor, dass ich irgendwann nicht, wenn ich was suche, zur Nefrostklerose, irgendwas zur Nefrostklerose bekomme, sondern dass das wirklich auch zu mir passt.
00:23:40: und vielleicht hilft uns ja die Digitalisierung und KI auch.
00:23:44: dass die Information dann nicht nur in meiner Landessprache ist, sondern auch in meiner gesellschaftlichen Sprache formuliert ist, damit ich es auch gut verstehe.
00:23:54: Oder man kann diese Information schon gleich in einem Kurzvideo umgestaltet sehen.
00:23:59: Was auch immer.
00:24:00: Also das wäre, glaube ich, das Ansprechende.
00:24:03: Damit könnten wir fachlich, sachlich basiert natürlich, Fakten basiert, individueller die Personen ansprechen.
00:24:12: Das wäre eine Traumvorstellung, muss ich auch sagen.
00:24:17: Ich glaube, das dauert noch eine Weile, bis wir da hinkommen.
00:24:20: Aber es wäre schon ... Jetzt, wo du das Ganze erzählt hast, das war ja alles so erkrankungsbasiert.
00:24:26: Wenn man sich das Ganze weiter vorstellt, du hast ja auch grad gesagt, Erbmaterialien, es ist ja alles schon ziemlich weit.
00:24:32: Und wenn wir den Menschen an sich kennen, der noch gesund ist, der noch keine Erkrankung hat, selbst den ... könnten wir ja mit solchen Informationen, sei es in der April- oder eine ganz andere Plattform, können wir eigentlich stärken, selber diese Kompetenz zum gesund erhaltenen Körper zu lernen.
00:24:51: Das ist ja ein Lernerfekt.
00:24:53: Und hier später wir damit anfangen, dem Körper oder dem Menschen beizubringen.
00:24:58: Das musst du machen, um gesund zu bleiben.
00:25:01: desto schwieriger wird es.
00:25:02: Deswegen sage ich ja auch, diese Kompetenz muss eigentlich schon in die Schulbildung, in die
00:25:08: Kindergärten
00:25:09: rein.
00:25:09: Genau.
00:25:10: Dass man da schon lernt, hey, ihr müsst euren Körper gesund halten.
00:25:14: Und je besser man das lernt, desto eher wird man sich dann auch, wenn eine Erkrankung kommt.
00:25:18: Wir hatten ja auch schon das Thema Selbstes mit dir.
00:25:21: Erkennen von Erkrankungen.
00:25:23: Was passiert gerade mit meinem Körper?
00:25:25: Und genau das ist ja eine Kompetenz des Gesundheits.
00:25:29: Und da ... aufmerksam zu machen.
00:25:31: Ihr müsst euch informieren, holt euch die Information Fakten basiert und setzt es einfach auf euer Körper um und schützt euch davor, wenn es geht.
00:25:41: Sei es durch Impfung, sei es durch bei Sepsis, bisschen Ruhe oder entsprechende Antibiotese.
00:25:46: Da gibt es ja viele, viele Sachen, die wir in der Wissenschaft haben.
00:25:49: Wir müssen es jetzt nur noch an die Menschen bringen.
00:25:54: Wunderbar, ich finde, das war eigentlich eine gute Zusammenfassung jetzt von dir.
00:25:57: Und insofern hast du noch eine Frage an mich zu dem Thema?
00:26:02: Nee, aber mich würde es interessieren, wo du die Gesundheitskompetenz in zehn Jahren siehst.
00:26:08: Oh wow, also ich sehe die tatsächlich, ich glaube auch, wir müssen im Kindergarten anfangen.
00:26:14: Und sorry, wenn ich das jetzt mal so sage, nicht alles kann die Politik regeln, aber das muss die Politik regeln.
00:26:20: Kindertagesstättenplätze, die zuverlässig sind, wo nicht zweimal in einer Woche eine Erzieherin ausfällt und die Kinder dann wieder zu Hause bleiben müssen.
00:26:31: Es muss Geld für die Zukunft da sein und Kinder sind unsere Zukunft.
00:26:36: Und das zieht sich dann durch die Schulbildung fort und so weiter.
00:26:42: Also da hast du absolut recht.
00:26:44: Und insofern muss man da auch wirklich aufmerksam machen, dass das wie es im Moment läuft.
00:26:50: nicht so geht.
00:26:52: Im Kindergarten, in der Erziehung, im Kindergarten und dann in der Kindertagesstätte und in der Schule.
00:27:01: Wir wissen, dass nicht nur die Gesundheitskompetenz abfällt, wir wissen, dass wir nicht genug Kitaplätze haben, wo wir wissen, dass nicht alle Kindertagesstätten gleich gutes, gesundes Essen und Zeit dafür haben.
00:27:13: die Kinder schon mal drauf hinzuweisen.
00:27:15: Ach, da fällt mir gerade ein.
00:27:16: Da gibt es ein super, super Projekt in Berlin, wo eine Anästhesistin in ihrer Fallzeit in den Kindergarten geht, in die Kita geht und den Kindern sozusagen zeigt, wie man Hände wäscht und wie man die einfachsten Hygieneregel auf Kinderalter den beibringt und denen das zeigt.
00:27:37: Das ist auch Vermittlung von... Gesundheitskompetenz.
00:27:41: Und leider sind diese Beispiele häufig erdenamtlich und leider nicht durchstrukturiert so, dass es für alle gilt.
00:27:51: Aber das sind die ersten Ansätze und Beispiele, wo sollte sich engagieren und das machen?
00:27:56: Einfach machen, informieren, vertrauen, machen.
00:28:01: Hashtag einfach machen.
00:28:02: Ich glaube, das wird unser Hashtag werden, die wir gemeinsam mit euch allen
00:28:06: Erarbeiten,
00:28:08: Thema Interesse.
00:28:08: Ich glaube, Gesundheitskompetenz werden wir auch nicht das allerletzte Mal hier angesprochen haben.
00:28:16: Und freuen uns auf eure Fragen oder Themen, die euch besonders interessieren.
00:28:20: Deswegen schreibt uns bitte gerne eine Mail an infoatdoubledocs.de und wir sagen damit Danke fürs Zuhören und Tschüss!
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